SQL Server 2025 Version 17.x · GA November 2025 DBA-Fokus

SQL Server 2025 –
Die DBA-Perspektive

SQL Server 2025 (17.x) · Generally Available: November 2025 · CU1: Frühjahr 2026

Kein Marketing, keine KI-Euphorie – dieser Artikel bewertet SQL Server 2025 aus der täglichen Arbeit des Datenbankadministrators: Installation, Konfiguration, AlwaysOn, Query-Tuning und Betrieb.

SQL Server 2025 (17.x) kam im November 2025 auf den Markt. Microsoft bewirbt es als das wichtigste Release seit SQL Server 2016 – hauptsächlich wegen der KI-Integration. Für einen Datenbankadministrator, der täglich Instanzen aufsetzt, wartet, Verfügbarkeitsgruppen betreut und Performance-Probleme löst, zählen andere Dinge: Was hat sich an der Installation geändert? Welche neuen Konfigurationsoptionen gibt es? Was bedeuten die AlwaysOn-Verbesserungen konkret im Betrieb?

Dieser Artikel beantwortet diese Fragen – mit konkreten T-SQL-Beispielen, ehrlichen Bewertungen und Hinweisen auf das, was beim Upgrade Schmerz bereiten kann.

01
Installation

Setup & Installation – was sich geändert hat

Der Setup-Prozess selbst ist strukturell vertraut. Wer SQL Server 2019 oder 2022 installiert hat, findet sich sofort zurecht. Es gibt jedoch einige inhaltliche Änderungen, die vor der Installation bekannt sein sollten.

Mindestanforderungen

KomponenteMindestanforderungPraxisempfehlung
BetriebssystemWindows Server 2019 / Windows 10Windows Server 2022 oder 2025
Prozessor1,4 GHz x64Multi-Core, aktuelle Generation
RAM1 GB (Engine)≥ 16 GB Produktion; ≥ 64 GB für OLAP/AG
Speicher (System)6 GBSSD für System, NVMe für Datenbankdateien
.NET Framework4.7.2Aktuelle Version empfohlen

Neue Editionsstruktur beim Setup

Erstmals gibt es für die Developer Edition eine Aufteilung: Standard Developer und Enterprise Developer. Das ist ein echter Gewinn für Entwicklungs- und Testumgebungen – bisher war Developer immer Enterprise-Funktionsumfang, was dazu führte, dass Features genutzt wurden, die in der Produktions-Standard-Edition nicht verfügbar waren.

Empfehlung: Entwicklungs- und Staging-Umgebungen sollten ab sofort mit der Edition betrieben werden, die auch in Produktion eingesetzt wird (Standard Developer oder Enterprise Developer). Das vermeidet böse Überraschungen beim Deployment, wenn Features verwendet wurden, die in der Produktionsedition fehlen.

Azure Extension – standardmäßig aktiviert, oft nicht gewünscht

Der Installer bietet standardmäßig die Azure Extension für SQL Server an (für Azure Arc-Integration). In reinen on-premises Umgebungen ohne Azure Arc sollte dieser Schritt deaktiviert werden. Die Extension ist nicht gefährlich, erzeugt aber unnötige Netzwerkverbindungen nach außen und erfordert Azure-Zugangsdaten, die in vielen Unternehmen nicht vorhanden oder erlaubt sind.

Entfernte Features beim Setup

Folgende Komponenten sind aus dem Installer entfernt und können nicht mehr installiert werden:

  • Data Quality Services (DQS) – eingestellt
  • Master Data Services (MDS) – eingestellt
  • Synapse Link – eingestellt
  • SQL Server Reporting Services (SSRS) – ersetzt durch Power BI Report Server
  • Machine Learning Services Packages (R/Python als eigenständiger Installer-Schritt) – neu strukturiert

Unbeaufsichtigte Installation mit Konfigurationsdatei

Setup – Unbeaufsichtigte Installation (ConfigurationFile.ini)
; SQL Server 2025 – Konfigurationsdatei für unbeaufsichtigte Installation
[OPTIONS]
ACTION = "Install"
FEATURES = SQLENGINE,REPLICATION,FULLTEXT,IS
INSTANCENAME = "MSSQLSERVER"
SQLSVCACCOUNT = "NT Service\MSSQLSERVER"
SQLSYSADMINACCOUNTS = "DOMAIN\DBAGruppe"
AGTSVCACCOUNT = "NT Service\SQLSERVERAGENT"
AGTSVCSTARTUPTYPE = "Automatic"
TCPENABLED = 1
NPENABLED = 0
BROWSERSVCSTARTUPTYPE = "Disabled"
SECURITYMODE = "SQL" ; Nur wenn Mixed Mode benötigt
SQLCOLLATION = "Latin1_General_CI_AS"
INSTALLSQLDATADIR = "D:\SQLData"
SQLUSERDBDIR = "D:\SQLData"
SQLUSERDBLOGDIR = "E:\SQLLog"
SQLTEMPDBDIR = "F:\SQLTempDB"
SQLTEMPDBLOGDIR = "F:\SQLTempDB"
SQLTEMPDBFILECOUNT = 8 ; 1 pro logischem CPU-Kern, max 8
AZUREEXTENSION = 0 ; Azure Extension deaktivieren

; Installation starten:
; setup.exe /ConfigurationFile=ConfigurationFile.ini /IACCEPTSQLSERVERLICENSETERMS
DBA-Bewertung: Setup

Vertraute Oberfläche, wichtige inhaltliche Änderungen. Der größte Aufwand beim ersten Setup ist die Prüfung, ob vorhandene Installations-Skripte und Konfigurationsdateien noch passen. Besonders die Azure Extension und die entfallenen Komponenten (DQS, MDS, SSRS) können in automatisierten Build-Prozessen Fehler verursachen, wenn die Skripte nicht aktualisiert werden.

Die neue Standard/Enterprise Developer-Trennung ist eine echte Verbesserung – ein Punkt, auf den DBAs seit Jahren gewartet haben.


02
Post-Installation

Konfiguration – was nach der Installation angepasst werden muss

SQL Server 2025 kommt mit einigen geänderten Standardwerten aus der Box. Das Ziel ist „Secure by Default" – was bedeutet, dass restriktivere Defaults gesetzt sind als in Vorgängerversionen. Für DBAs heißt das: Bestehende Konfigurationsroutinen müssen geprüft werden.

Datenbankkompatibilitätslevel

Neu erstellte Datenbanken erhalten automatisch Kompatibilitätslevel 170. Bestehende Datenbanken behalten nach einem Upgrade ihren bisherigen Level. Viele der neuen Performance-Features (OPPO, erweiterte IQP-Funktionen) sind an Level 170 gebunden.

T-SQL – Kompatibilitätslevel prüfen und setzen
-- Aktuellen Level aller Benutzerdatenbanken anzeigen
SELECT
  name,
  compatibility_level,
  CASE compatibility_level
    WHEN 170 THEN 'SQL Server 2025'
    WHEN 160 THEN 'SQL Server 2022'
    WHEN 150 THEN 'SQL Server 2019'
    ELSE 'Älter'
  END AS Version
FROM sys.databases
WHERE database_id > 4 -- Systemdatenbanken ausschließen
ORDER BY name;

-- Level auf SQL Server 2025 anheben (nach Test!)
ALTER DATABASE MeineDatenbank
  SET COMPATIBILITY_LEVEL = 170;

TempDB – Best Practices bleiben, neue Governance kommt

Die TempDB-Empfehlungen (eine Datei pro logischem CPU-Kern, max. 8, gleiche Größe, Autogrowth deaktivieren) gelten unverändert. Neu in SQL Server 2025 ist die TempDB Space Resource Governance: DBAs können jetzt prozentuale Obergrenzen für TempDB-Nutzung pro Session oder Workload-Gruppe setzen. Das verhindert, dass einzelne unkontrollierte Abfragen die TempDB volllaufen lassen.

T-SQL – TempDB Resource Governance (neu in 2025)
-- Workload-Gruppe mit TempDB-Limit erstellen
CREATE WORKLOAD GROUP BegrenzteTempDBNutzung
WITH (
  TEMPDB_MEMORY_PERCENT = 20 -- Max. 20% der TempDB für diese Gruppe
)
USING 'default';

-- Bestehende Gruppe anpassen
ALTER WORKLOAD GROUP [default]
WITH (TEMPDB_MEMORY_PERCENT = 80);

-- Resource Governor neu laden
ALTER RESOURCE GOVERNOR RECONFIGURE;

Protokoll-Konfiguration – TCP/IP prüfen

Der Installer aktiviert TCP/IP-Verbindungen standardmäßig. Named Pipes sollten für Server-zu-Server-Kommunikation deaktiviert bleiben. Browser-Dienst ist bei bekannten Ports ebenfalls nicht erforderlich und sollte deaktiviert sein.

Query Store – jetzt automatisch auf Sekundärrepliken

Query Store ist jetzt standardmäßig auch auf lesbaren Sekundärrepliken im Read-Write-Modus aktiv. Das bedeutet: Execution Plans und Performance-Daten werden auch für Lesezugriffe auf Sekundärrepliken erfasst – ohne manuellen Eingriff.

T-SQL – Query Store auf Sekundärrepliken prüfen
-- Query Store Status und Konfiguration prüfen
SELECT
  actual_state_desc,
  desired_state_desc,
  readonly_reason,
  current_storage_size_mb,
  max_storage_size_mb,
  query_capture_mode_desc,
  size_based_cleanup_mode_desc
FROM sys.database_query_store_options;

-- Query Store für eine Datenbank aktivieren / konfigurieren
ALTER DATABASE [MeineDatenbank]
SET QUERY_STORE = ON
(
  OPERATION_MODE = READ_WRITE,
  CLEANUP_POLICY = (STALE_QUERY_THRESHOLD_DAYS = 30),
  MAX_STORAGE_SIZE_MB = 1024,
  QUERY_CAPTURE_MODE = AUTO,
  SIZE_BASED_CLEANUP_MODE = AUTO
);
DBA-Bewertung: Konfiguration

TempDB Governance ist ein echter Gewinn für alle, die Multi-Tenant-Systeme oder analytische Abfragen neben OLTP betreiben. Die Möglichkeit, TempDB-Nutzung per Workload-Gruppe zu begrenzen, war längst überfällig – bisher musste man mit Resource Governor indirekt steuern oder Abfragen manuell abbrechen.

Query Store auf Sekundärrepliken ist für DBAs, die Lese-Workloads auf AG-Sekundäre ausgelagert haben, unmittelbar wertvoll: Endlich können Performance-Probleme auf Sekundärrepliken direkt diagnostiziert werden, ohne Umwege über den Primary.


03
Security

Sicherheit – was DBAs direkt betrifft

SQL Server 2025 ist das erste Release, das konsequent das Zero-Trust-Prinzip umsetzt – nicht als Marketing-Begriff, sondern als konkrete Änderung an Standardwerten und Protokollen. Einige dieser Änderungen sind Breaking Changes, die ohne Vorbereitung Verbindungsausfälle verursachen.

TLS 1.3 und TDS 8.0 – Verschlüsselung ist jetzt Standard

Alle neuen SQL Server 2025-Instanzen akzeptieren standardmäßig nur noch verschlüsselte Verbindungen (Encrypt=True ist Default). Verbindungsstrings ohne explizite Verschlüsselung werden abgelehnt. Das Protokoll dahinter ist TDS 8.0 mit TLS 1.3 – die Verschlüsselung beginnt bereits in der Pre-Login-Phase, nicht erst nach dem Handshake.

Breaking Change: Anwendungen, die mit Encrypt=False oder ohne explizites Encrypt-Flag verbinden, schlagen nach dem Upgrade auf SQL Server 2025 fehl. Das betrifft häufig: ältere ODBC-Verbindungen, SQL Server Management Studio-Verbindungen ohne Encrypt-Option, Linked Server-Konfigurationen mit OLE DB Driver < 19, und jede Anwendung, die ältere Verbindungsbibliotheken nutzt.

Granulares Security Cache Invalidation

Bisher wurde beim Ändern von Berechtigungen für einen Login der gesamte Server-Security-Cache invalidiert. Auf Systemen mit 20.000+ parallelen Verbindungen führte das zu messbaren Performance-Einbrüchen. SQL Server 2025 invalidiert nur noch den Cache des betroffenen Logins – alle anderen Verbindungen sind nicht betroffen.

T-SQL – Berechtigungen ändern ohne Cache-Disruption (2025)
-- In SQL Server 2025: nur L1-Cache wird invalidiert, L2 bleibt unberührt
GRANT SELECT ON dbo.Transaktionen TO [L1];

-- Sicherheits-Cache-Status einsehen (neue DMV in 2025)
SELECT
  login_name,
  cache_invalidation_count,
  last_invalidation_time
FROM sys.dm_exec_security_cache_stats
ORDER BY cache_invalidation_count DESC;

PBKDF2 für SQL-Logins

Passwörter für SQL Server Authentication Logins werden jetzt mit PBKDF2 (RFC 2898) und 100.000 Iterationen gehasht statt mit dem bisherigen einfachen SHA-512-Hash. Das macht Brute-Force-Angriffe auf gestohlene Password-Hashes um Größenordnungen langsamer. Der Wechsel erfolgt automatisch – bestehende Logins werden beim nächsten Passwortänderung migriert.

Neue Datenbankrollen für spezifische Aufgaben

SQL Server 2025 führt granulare, vordefinierte Datenbankrollen für neue Aufgabenbereiche ein – u.a. für externe REST-API-Aufrufe und KI-Modell-Ausführung. Das ermöglicht es DBAs, das Least-Privilege-Prinzip auch für moderne Workloads durchzusetzen, ohne sysadmin-Rechte vergeben zu müssen.

Verbindungs-Inventur vor dem Upgrade

T-SQL – Unverschlüsselte Verbindungen identifizieren
-- Alle aktuell aktiven Verbindungen und deren Verschlüsselungsstatus
SELECT
  s.session_id,
  s.login_name,
  s.program_name,
  s.host_name,
  c.encrypt_option,
  c.auth_scheme,
  c.net_transport,
  c.protocol_version
FROM sys.dm_exec_sessions s
INNER JOIN sys.dm_exec_connections c ON s.session_id = c.session_id
WHERE s.is_user_process = 1
  AND c.encrypt_option = 'FALSE' -- Nur unverschlüsselte Verbindungen
ORDER BY s.login_name;
DBA-Bewertung: Sicherheit

TLS 1.3 als Standard ist längst überfällig – aber der Weg dorthin erfordert sorgfältige Vorbereitung. Die Verbindungs-Inventur (Abfrage oben) sollte auf jedem System ausgeführt werden, das auf SQL Server 2025 migriert werden soll, bevor das Upgrade angestoßen wird.

Die granulare Security Cache Invalidation ist besonders in OLTP-Systemen mit vielen parallelen Sessions ein konkreter Betriebsgewinn – Berechtigungsänderungen können jetzt ohne Betriebsunterbrechung durchgeführt werden.

Checkliste vor dem Upgrade:

  • Alle Verbindungsstrings auf Encrypt=True prüfen
  • OLE DB Driver Version auf allen beteiligten Systemen prüfen (≥ 19 erforderlich)
  • Linked Server-Konfigurationen und Zertifikatstatus inventarisieren
  • Replikations-Topologie auf Remote-Distributor prüfen

04
Hochverfügbarkeit

AlwaysOn – konkrete Verbesserungen für den AG-Betrieb

SQL Server 2025 bringt die umfangreichsten AlwaysOn-Verbesserungen seit der Einführung von Availability Groups in SQL Server 2012. Viele Änderungen adressieren direkt Probleme, über die DBAs in der Community seit Jahren diskutieren.

Vollständige Backups auf Sekundärrepliken

Bisher konnten auf Sekundärrepliken nur Copy-Only-Backups erstellt werden. SQL Server 2025 erlaubt jetzt vollständige, differentielle und Log-Backups auf Sekundärrepliken. Das entlastet den Primary erheblich und ermöglicht eine echte Verteilung der Backup-Last.

T-SQL – Backup auf Sekundärreplika (neu in 2025)
-- Backup-Präferenz auf Sekundärreplika setzen
ALTER AVAILABILITY GROUP [AG_Produktion]
  MODIFY BACKUP_PRIORITY = 50 -- 0=Primary, 50=Bevorzugt Secondary, 100=Nur Secondary
  ON SECONDARY;

-- Vollständiges Backup auf aktivem Sekundärreplika (SQL Server 2025)
BACKUP DATABASE [MeineDatenbank]
  TO DISK = N'\\backup\MeineDatenbank_Full.bak'
  WITH
    COMPRESSION,
    ALGORITHM = 'ZSTD', -- Neuer Kompressionsalgorithmus
    CHECKSUM,
    STATS = 10;

-- Differentielles Backup auf Sekundärreplika (neu in 2025)
BACKUP DATABASE [MeineDatenbank]
  TO DISK = N'\\backup\MeineDatenbank_Diff.bak'
  WITH DIFFERENTIAL, COMPRESSION, ALGORITHM = 'ZSTD', CHECKSUM;

Schnelleres Failover durch Log-Record-Caching

Ein neuer Caching-Mechanismus beschleunigt das Replay von Log-Records auf Sekundärrepliken während und nach einem Failover. Sekundärrepliken müssen weniger Zeit für das Aufholen nach einem Failover aufwenden – die effektive Failover-Zeit sinkt. Das ist besonders relevant für AGs mit hohem Transaktionsvolumen, wo Sekundärrepliken bisher nach einem Failover messbar nachhinken konnten.

TLS 1.3 für AG-interne Kommunikation

Die Kommunikation zwischen Repliken kann jetzt ebenfalls auf TLS 1.3 / TDS 8.0 erzwungen werden. Bei neuen AGs kann das direkt beim Erstellen konfiguriert werden; bei bestehenden AGs nach dem Upgrade.

T-SQL – Strict Encryption für AG-Replikation aktivieren
-- Neue AG mit TLS 1.3-Verschlüsselung erstellen
CREATE AVAILABILITY GROUP [AG_Secure]
WITH (
  CLUSTER_TYPE = WSFC,
  CLUSTER_CONNECTION_OPTIONS = 'Encrypt=Strict', -- Neu in 2025
  AUTOMATED_BACKUP_PREFERENCE = SECONDARY,
  DB_FAILOVER = ON
)
FOR DATABASE [MeineDatenbank]
REPLICA ON
  'SQL01' WITH (
    ENDPOINT_URL = 'TCP://sql01.intern:5022',
    AVAILABILITY_MODE = SYNCHRONOUS_COMMIT,
    FAILOVER_MODE = AUTOMATIC
  ),
  'SQL02' WITH (
    ENDPOINT_URL = 'TCP://sql02.intern:5022',
    AVAILABILITY_MODE = SYNCHRONOUS_COMMIT,
    FAILOVER_MODE = AUTOMATIC
  );

-- Bestehende AG auf Strict Encryption umstellen
ALTER AVAILABILITY GROUP [AG_Produktion]
  MODIFY CLUSTER_CONNECTION_OPTIONS = 'Encrypt=Strict';
-- Anschließend Failover durchführen, damit die Einstellung wirksam wird

Query Store auf Sekundärrepliken – Diagnose wo die Last ist

Query Store ist auf lesbaren Sekundärrepliken jetzt im Read-Write-Modus aktiv. Das bedeutet: Performance-Regressions, schlechte Execution Plans und langsame Abfragen auf Sekundärrepliken können direkt am Ort des Geschehens diagnostiziert werden – nicht mehr nur indirekt über den Primary.

T-SQL – Teuerste Abfragen auf Sekundärreplika diagnostizieren
-- Auf Sekundärreplika ausführen – jetzt auch dort im Query Store erfasst
SELECT TOP 20
  qt.query_sql_text,
  rs.avg_duration / 1000.0 AS avg_ms,
  rs.avg_logical_io_reads AS avg_reads,
  rs.count_executions,
  qp.query_plan
FROM
  sys.query_store_query_text qt
  JOIN sys.query_store_query q ON qt.query_text_id = q.query_text_id
  JOIN sys.query_store_plan qp ON q.query_id = qp.query_id
  JOIN sys.query_store_runtime_stats rs
                  ON qp.plan_id = rs.plan_id
WHERE rs.last_execution_time > DATEADD(HOUR, -1, GETUTCDATE())
ORDER BY rs.avg_duration DESC;

Verbesserte AG-Diagnostik

Microsoft hat neue DMV-Inhalte und Extended Events für die AG-Diagnose hinzugefügt. Failover-Ursachen, Synchronisierungsverzögerungen und Replica-Status lassen sich jetzt detaillierter analysieren als in SQL Server 2022.

T-SQL – AG-Status und Synchronisierungsverzögerung
-- AG-Gesundheit und Synchronisierungsverzögerung aller Repliken
SELECT
  ag.name AS AG_Name,
  ar.replica_server_name AS Replika,
  ars.role_desc AS Rolle,
  ars.synchronization_health_desc AS SyncHealth,
  ars.connected_state_desc AS Verbindung,
  ars.last_commit_time AS LetzterCommit,
  DATEDIFF(SECOND,
    ars.last_commit_time,
    GETDATE()) AS VerzögerungSek
FROM
  sys.availability_groups ag
  JOIN sys.availability_replicas ar ON ag.group_id = ar.group_id
  JOIN sys.dm_hadr_availability_replica_states ars
                       ON ar.replica_id = ars.replica_id
ORDER BY ag.name, ars.role_desc;
DBA-Bewertung: AlwaysOn

Die AlwaysOn-Verbesserungen sind aus DBA-Sicht das Herzstück von SQL Server 2025. Vollständige Backups auf Sekundärrepliken allein rechtfertigen für viele AG-Umgebungen das Upgrade: Die Backup-Last des Primary sinkt, Backup-Fenster können optimiert werden, und die Restore-Kette wird einfacher.

Query Store auf Sekundärrepliken löst ein seit Jahren bekanntes diagnostisches Problem: Lesezugriffe auf AGs liefen bisher in einem Diagnose-Blindfleck. Das ändert sich mit 2025 fundamental.

Einziger Vorbehalt: TLS 1.3 für AG-interne Kommunikation erfordert, dass auf allen Repliken gültige Zertifikate konfiguriert sind. Das ist Voraussetzung und kein optionaler Schritt – ohne Zertifikate schlägt das Umstellen auf Encrypt=Strict fehl.


05
Query-Tuning & Engine

Performance – was ohne Code-Änderung wirkt

SQL Server 2025 enthält mehr als 40 Engine-Verbesserungen. Einige wirken automatisch nach dem Upgrade, andere sind an den Kompatibilitätslevel 170 gebunden. Der wichtigste Grundsatz: nichts ändert sich ohne Test – auch vermeintlich transparente Optimierungen können in seltenen Fällen Regressionen verursachen.

OPPO – Parametersniffing endlich addressiert

Optional Parameter Plan Optimization (OPPO) ist die Antwort auf ein der häufigsten Performance-Beschwerden: der gecachte Plan für eine Abfrage passt nicht zu den aktuellen Parameterwerten. Bisher musste man mit OPTION (RECOMPILE), Stored Procedure-Restrukturierung oder Query Store-Erzwingungen arbeiten. OPPO ermöglicht es dem Optimizer, für bestimmte Parameterwert-Konstellationen dynamisch einen besseren Plan zu wählen.

Bisherige Lösung (SQL Server 2022)
-- Workaround: RECOMPILE erzwingen
SELECT *
FROM dbo.Transaktionen
WHERE KundeID = @KID
  AND Datum > @VonDatum
OPTION (RECOMPILE);
-- Nachteil: kein Plan-Caching,
-- hohe Kompilierungskosten
SQL Server 2025 mit OPPO
-- OPPO wirkt automatisch bei Level 170
-- Optimizer wählt Plan basierend auf
-- tatsächlichen Parameterwerten
SELECT *
FROM dbo.Transaktionen
WHERE KundeID = @KID
  AND Datum > @VonDatum;
-- Kein RECOMPILE nötig,
-- kein Code-Eingriff

TID-Locking und Lock-After-Qualification (LAQ)

SQL Server 2025 führt Transaction ID (TID) Locking ein: Locks werden nicht mehr per Zeilenreferenz, sondern per Transaktions-ID verwaltet. Das reduziert Lock-Memory-Overhead und senkt LCK_M_IX-Wait-Zeiten unter Last messbar. Lock-After-Qualification (LAQ) verzögert das Setzen von Locks bis nach der Prädikat-Auswertung – weniger Zeilen werden unnötig gesperrt.

Accelerated Database Recovery (ADR) jetzt auch für TempDB

ADR – eingeführt in SQL Server 2019 für Benutzerdatenbanken – ist jetzt auch für TempDB aktiv. Das reduziert die Menge an Version-Store-Daten in TempDB und verbessert die Recovery-Zeit nach unerwarteten Abbrüchen von langen Transaktionen.

Optimiertes sp_executesql

Dynamisches SQL über sp_executesql konnte in früheren Versionen Kompilierungsstürme verursachen, weil jeder Aufruf als einzigartig behandelt wurde. SQL Server 2025 serialisiert Kompilierungen ähnlich wie bei Stored Procedures – deutlich weniger CPU-Overhead bei häufig ausgeführtem dynamischem SQL.

Columnstore-Verbesserungen

Ordered Non-Clustered Columnstore Indexes erlauben jetzt eine definierte Sortierung. Online-Index-Builds sind schneller, und das Shrinking von Dateien mit Columnstore-Indizes blockiert nicht mehr für lange Zeiträume.

T-SQL – Ordered Columnstore Index (neu in 2025)
-- Geordneter Non-Clustered Columnstore Index (neu in SQL Server 2025)
-- Verbessert analytische Abfragen mit ORDER BY erheblich
CREATE NONCLUSTERED COLUMNSTORE INDEX NCCI_Transaktion_Datum
  ON dbo.Transaktion (KundeID, BetragEur, TransDatum)
  ORDER (TransDatum) -- Sortierung für Zeitreihenabfragen
  WITH (ONLINE = ON);

-- Verifikation: Fragmentierung und Zeilengruppen-Qualität
SELECT
  i.[name] AS Indexname,
  css.row_group_id,
  css.state_desc,
  css.total_rows,
  css.deleted_rows,
  css.size_in_bytes / 1024 AS GroesseKB
FROM sys.column_store_segments css
INNER JOIN sys.indexes i ON css.object_id = i.object_id
                     AND css.index_id = i.index_id
WHERE i.[name] = 'NCCI_Transaktion_Datum'
ORDER BY css.row_group_id;
DBA-Bewertung: Performance

OPPO und TID-Locking sind die zwei wichtigsten Performance-Verbesserungen für den täglichen Betrieb. OPPO wirkt ohne Code-Änderung auf stark parameterisierte Workloads – typisch für OLTP-Systeme. TID-Locking reduziert Blocking-Probleme auf hochfrequentierten Tabellen.

Wichtig: Performance-Verbesserungen durch den Optimizer können in Ausnahmefällen auch Regressionen für einzelne Abfragen verursachen, die bisher von einem suboptimalen Plan profitierten. Ein Query Store-Monitoring vor und nach dem Upgrade auf Kompatibilitätslevel 170 ist Pflicht.

Für ADR in TempDB: Der Feature ist aktiviert, sobald TempDB verwendet wird. Keine Konfiguration nötig – aber ein Neustart nach dem Upgrade aktiviert es vollständig.


06
Datensicherung

Backup & Restore – ZSTD und neue Optionen

SQL Server 2025 führt den ZSTD-Kompressionsalgorithmus für Backups ein und ergänzt die bestehende Backup-Kompression erheblich. Für DBAs, die täglich Backup-Strategien verantworten, ist das die greifbarste sofort nutzbare Verbesserung.

ZSTD vs. bisherige Kompression

AlgorithmusKompressionsrateGeschwindigkeitSQL Server
Kein (NONE)SchnellstAlle Versionen
MS_XPRESS (Standard)MittelSchnell2008+
QAT_DEFLATEHochHardware-beschleunigt2022+ (mit QAT-Hardware)
ZSTDHoch – besser als MS_XPRESSSchnell, kein Hardware-Beschleuniger nötig2025+
T-SQL – Backup mit ZSTD, Vergleich und Managed Identity
-- Vollbackup mit ZSTD auf Netzwerkshare
BACKUP DATABASE [Produktion]
  TO DISK = N'\\nas01\backup\Produktion_Full_20260419.bak'
  WITH
    COMPRESSION,
    ALGORITHM = 'ZSTD', -- Neu in SQL Server 2025
    CHECKSUM,
    STATS = 5,
    DESCRIPTION = N'Vollbackup Produktion 2026-04-19';

-- Backup auf Azure Blob Storage mit Managed Identity (kein Passwort)
BACKUP DATABASE [Produktion]
  TO URL = N'https://meinstorage.blob.core.windows.net/backups/Prod.bak'
  WITH
    COMPRESSION,
    ALGORITHM = 'ZSTD',
    CHECKSUM,
    CREDENTIAL = N'ManagedIdentityCredential'; -- Keine SAS-Token nötig

-- Backup-Integrität prüfen
RESTORE VERIFYONLY
  FROM DISK = N'\\nas01\backup\Produktion_Full_20260419.bak'
  WITH CHECKSUM;

Backup-Restore-Kompatibilität beachten

Wichtig: Mit ZSTD komprimierte Backups können nur von SQL Server 2025 oder neuer gelesen werden. Wer eine Restore-Strategie auf ältere Server (z.B. für Disaster Recovery auf einem SQL Server 2022) benötigt, muss weiterhin den Standard-Algorithmus (MS_XPRESS) oder keine Kompression verwenden. Das ist eine bewusste Designentscheidung, die in der Backup-Strategie dokumentiert werden sollte.

Full-Text Search: Neuaufbau der Indizes nach Upgrade

SQL Server 2025 ersetzt alle Legacy Word Breaker-Binaries durch moderne Implementierungen. Bestehende Full-Text-Indizes werden als Version 1 markiert und können sofort nach dem Upgrade Fehler (Msg 30010) verursachen. Der Neuaufbau der Indizes ist zwingend erforderlich.

T-SQL – Full-Text Index Neuaufbau nach Upgrade
-- Alle Full-Text Indizes und deren Version prüfen
SELECT
  OBJECT_NAME(object_id) AS Tabelle,
  index_version, -- 1 = Legacy (veraltet), 2 = Neu (SQL 2025)
  full_text_catalog_id,
  change_tracking_state_desc
FROM sys.fulltext_indexes;

-- Full-Text Katalog neu befüllen (Version 1 → Version 2)
ALTER FULLTEXT CATALOG [MeinKatalog] REBUILD;

-- Oder pro Tabelle:
ALTER FULLTEXT INDEX ON dbo.Dokumente START FULL POPULATION;
DBA-Bewertung: Backup & Restore

ZSTD ist sofort nutzbar und bringt spürbare Vorteile bei großen Datenbanken. Kleinere Backup-Dateien bedeuten weniger Storage, schnellere Übertragung ans Backup-Ziel und kürzere Backup-Fenster. Für Datenbanken im Bereich mehrerer TB kann ZSTD die Backup-Dauer um 20–40 % gegenüber dem Standard-Algorithmus reduzieren (je nach Datenkomprimierbarkeit).

Der Full-Text Search-Neuaufbau ist der häufigste vergessene Schritt nach einem Upgrade auf SQL Server 2025. Wer Full-Text Search einsetzt, sollte diesen Schritt explizit in die Post-Upgrade-Checkliste aufnehmen und ausreichend Zeit für den Neuaufbau großer FTS-Kataloge einplanen.


07
Operations

Täglicher Betrieb – was der DBA täglich merkt

Abseits der großen Feature-Ankündigungen gibt es in SQL Server 2025 eine Reihe von Verbesserungen, die im Tagesgeschäft des DBA direkt spürbar werden.

In-Memory OLTP deaktivieren ohne Datenverlust

Wer In-Memory OLTP (Hekaton) in einer Datenbank aktiviert hatte und jetzt davon wegmöchte, musste bisher alle speicheroptimierten Tabellen löschen, bevor die Funktion deaktiviert werden konnte. Das verursachte auch Probleme mit VSS-Backups. SQL Server 2025 erlaubt das Deaktivieren von In-Memory OLTP ohne vorheriges Löschen der Objekte.

T-SQL – In-Memory OLTP deaktivieren (neu in 2025)
-- In-Memory OLTP-Filegroup aus Datenbank entfernen (ohne Datenverlust)
-- Voraussetzung: keine aktiven Transaktionen auf speicheroptimierten Tabellen
ALTER DATABASE [MeineDatenbank]
  REMOVE FILE [InMemory_Container]
  WITH (WAIT_AT_LOW_PRIORITY (MAX_DURATION = 5 MINUTES,
                ABORT_AFTER_WAIT = BLOCKERS));

-- Datenbank-Status nach Entfernung prüfen
SELECT
  name,
  is_memory_optimized_elevate_to_snapshot_on,
  FILEGROUPPROPERTY(name, 'IsMemoryOptimized') AS IsMemoryOptimized
FROM sys.filegroups;

SSMS 22 – 64-Bit, Git-Integration, Copilot

SQL Server Management Studio 22 ist der Begleit-Client für SQL Server 2025. Wichtigste Neuerungen für den DBA-Alltag:

  • 64-Bit-Prozess – kein Speicherlimit mehr bei großen Ergebnismengen und langen Skripten
  • Git-Integration – T-SQL-Skripte direkt im SSMS mit Git verwalten
  • Copilot (Preview) – natürlichsprachliche Abfragegenerierung und Execution-Plan-Erklärung
  • Query Store-Dashboard – deutlich verbesserte Visualisierung von Plan-Regressions
SSMS 22 ist ein eigenständiger Download und wird nicht mit SQL Server 2025 installiert. Es ist kompatibel zu allen SQL Server-Versionen ab 2014. SSMS 21 (64-Bit) kann parallel zu SSMS 18/19 installiert bleiben – ein Kompatibilitätsproblem gibt es nicht.

Nützliche neue T-SQL-Funktionen für den Betrieb

T-SQL – Neue Funktionen in SQL Server 2025
-- IS [NOT] DISTINCT FROM – NULL-sicherer Vergleich (kein = NULL Fehler mehr)
SELECT *
FROM dbo.Konto
WHERE Status IS NOT DISTINCT FROM @Status;
-- Entspricht: WHERE (Status = @Status) OR (Status IS NULL AND @Status IS NULL)

-- GREATEST / LEAST über mehrere Spalten
SELECT
  KontoID,
  GREATEST(Limit1, Limit2, ÜberzugsLimit) AS MaxLimit,
  LEAST (Zins1, Zins2, MinZins) AS MinZins
FROM dbo.Konditionen;

-- RegEx: IBAN-Format validieren
SELECT
  KontoID, IBAN,
  REGEXP_LIKE(IBAN, N'^[A-Z]{2}\d{2}[A-Z0-9]{4}\d{7}[A-Z0-9]{0,16}$')
    AS IBANFormatOK
FROM dbo.Bankverbindung;

-- PRODUCT()-Aggregat für Zinseszinsberechnung
SELECT
  PortfolioID,
  PRODUCT(1 + MonatsRendite) - 1 AS KumulierteRendite
FROM dbo.Monatsrenditen
GROUP BY PortfolioID;

-- BASE64_ENCODE / BASE64_DECODE für sichere Übertragung
SELECT
  BASE64_ENCODE(CAST('Geheimtext' AS VARBINARY(100))) AS Encoded,
  CAST(BASE64_DECODE('R2VoZWltdGV4dA==') AS VARCHAR(100)) AS Decoded;
DBA-Bewertung: Täglicher Betrieb

Das Deaktivieren von In-Memory OLTP ohne Drop ist eine dieser kleinen Verbesserungen, über die jeder DBA, der jemals damit kämpfte, aufatmet. Ebenso IS DISTINCT FROM: ein NULL-sicherer Vergleichsoperator, der eine ganze Klasse von subtilen Abfragefehlern verhindert.

SSMS 22 als 64-Bit-Anwendung ist ein Pflicht-Upgrade für DBAs, die mit großen Abfragen oder langen Skripten arbeiten. Die Git-Integration ist für Teams, die Skripte in Versionsverwaltung pflegen, ein ernstzunehmender Produktivitätsgewinn.


08
Lifecycle

Deprecated & entfernt – was weg ist

SQL Server 2025 entfernt und depreciert mehr Features als ein typisches Minor-Release. DBAs müssen diese Liste gegen ihre aktuelle Umgebung abgleichen.

FeatureStatusAuswirkungAlternative
Data Quality Services (DQS) Entfernt Kann nicht mehr installiert werden Azure Purview / eigene Validierungslogik
Master Data Services (MDS) Entfernt Kann nicht mehr installiert werden Azure Purview
SQL Server Reporting Services (SSRS) Kein neues Release SQL Server 2022 war letztes SSRS-Release Power BI Report Server
Web Edition Entfernt SQL Server 2022 Web ist letztes Release (Support bis 2033) Standard Edition oder Azure SQL
Lightweight Pooling (Fiber Mode) Deprecated Wird in zukünftiger Version entfernt Kein Ersatz – Feature war seit Jahren nutzlos
SQL Mail / sp_makewebtask Entfernt Legacy-Stored-Procedures nicht mehr vorhanden Database Mail
Hot-Add CPU Deprecated Feature war auf spezifische Hardware beschränkt VM-Resize (in Cloud-Umgebungen)
Synapse Link / Purview Access Policies Entfernt Feature wurde mit SQL Server 2022 eingeführt und sofort wieder eingestellt Fabric Mirroring
Inventur-Empfehlung: Vor dem Upgrade prüfen, ob DQS, MDS, SSRS, SQL Mail oder Lightweight Pooling in der Umgebung aktiv ist. Die Microsoft Upgrade Advisor-Funktion im Setup-Assistenten erkennt viele dieser Punkte automatisch – aber nicht alle.

09
Empfehlung

Upgrade-Empfehlung – wann, wie, in welcher Reihenfolge

SQL Server 2025 ist ein überzeugendes Release – die AlwaysOn-Verbesserungen, ZSTD, OPPO und die Sicherheitsverbesserungen sind reale Mehrwerte für den Betrieb. Aber: Breaking Changes bei Verschlüsselung und Verbindungen erfordern sorgfältige Vorbereitung.

Empfohlene Upgrade-Reihenfolge

  1. Inventur durchführen: Alle Verbindungsstrings, Linked Server, Replikations-Topologien, FTS-Indizes und verwendete Features dokumentieren
  2. Entwickler-Edition upgraden: SQL Server 2025 Enterprise/Standard Developer in der Entwicklungsumgebung installieren – erste Erfahrungen sammeln
  3. Staging-Upgrade mit echten Daten: Anonymisierte Produktionsdaten einspielen, alle Anwendungen testen, Breaking Changes identifizieren
  4. Auf CU1 warten: Das erste Cumulative Update (CU1 erschien Frühjahr 2026) schließt bekannte RTM-Lücken. Für Produktion empfiehlt sich mindestens CU1
  5. Verbindungsstrings anpassen: Alle Anwendungen auf Encrypt=True umstellen, Zertifikate für Linked Server konfigurieren
  6. FTS-Indizes neu aufbauen: Nach dem Upgrade sofort, nicht aufschieben
  7. Kompatibilitätslevel schrittweise anheben: Erst Instanz upgraden, Betrieb stabilisieren, dann Datenbanken auf Level 170 migrieren
  8. SSMS 22 installieren: Parallel möglich – kein Deinstallieren von SSMS 18/19 erforderlich

Pre-Upgrade-Checkliste

  • Verbindungsstrings Inventur: Alle Encrypt=False-Verbindungen identifiziert und auf True umgestellt?
  • OLE DB Driver: Alle Anwendungsserver und Linked-Server-Quellen auf OLE DB Driver ≥ 19 aktualisiert?
  • Linked Server Zertifikate: Trusted Certificates für alle Linked-Server-Verbindungen konfiguriert?
  • Replikation: Remote-Distributor mit gültigem Zertifikat versehen oder trust_distributor_certificate=yes gesetzt?
  • Full-Text Search: FTS-Kataloge und Rebuild-Plan nach Upgrade vorbereitet?
  • Entfernte Features: DQS, MDS, SSRS, SQL Mail in der Umgebung aktiv? Migrationsplan vorhanden?
  • AG-Zertifikate: Für geplante TLS 1.3 AG-Kommunikation: Zertifikate auf allen Repliken installiert?
  • Rollback-Plan: Datenbankkompatibilitätslevel als Fallback-Option definiert? Backup-Strategie für Pre-Upgrade-Zustand?
Fazit aus DBA-Sicht: SQL Server 2025 ist ein solides und reifes Release mit echtem Mehrwert für den Betrieb – kein Hype-Release, das nur auf dem Papier glänzt. Die AlwaysOn-Verbesserungen (Backups auf Sekundäre, Query Store auf Repliken, schnelleres Failover), OPPO für Parametersniffing und ZSTD-Kompression sind direkte Antworten auf reale Betriebsprobleme. Die Sicherheitsverbesserungen sind überfällig und konform mit modernen Standards. Der einzige echte Knackpunkt: die Breaking Changes bei Verschlüsselung erfordern mehr Vorbereitung als üblich. Wer diese sorgfältig adressiert, wird das Upgrade nicht bereuen.
MS SQL Server 2025 (17.x) · DBA-Perspektive · Stand: April 2026

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